«Sssum-Sssum» – «Klatsch»: Mit Flügelschlägen respektive einem Hieb meinerseits werde ich aus meinen Träumen gerissen. Immer wieder landet sie auf meinem Gesicht. In die ewigen Jagdgründe sollte ich sie schicken, diese nervtötende Fliege. Doch sie ist schnell. Zu schnell für mich. Zumindest an diesem Sonntagnachmittag.

Man soll die Feste feiern wie sie fallen. Und so konnte ich gestern Abend gar nicht anders, als mein Glas auf die Jubilarin zu erheben. Beim einen blieb es nicht. Über die Strenge aber schlugen für einmal andere. Während ich meinen Hopfentee genoss und mich immer wieder –manchmal mehr, manchmal weniger erfolgreich – gegen den Angriff des sogenannten «Äntebüsi» zu wehren vermochte, gab es andere, die ordentlich dem Hochprozentigen frönten. Bis sich die eine im Schleudergang einer Waschmaschine wähnte.

Ich jedoch blieb wie gesagt solide. Und trotzdem liege ich nun wie eine tote Fliege auf dem Sofa, drehe mich von der einen auf die andere Seite, auf den Rücken, auf den Bauch, finde keine geeignete Position, geschweige denn Schlaf. Ech mags eifach nöm verliide. Schluss. Aus. Vorbei. Statt die letzte Geige zu spielen sollte ich in meinem Alter getreu dem Motto «der frühe Vogel fängt den Wurm» künftig zeitig die Fliege machen. Wohl oder übel. Kopf und Magen danken. Vielleicht nächstes Mal.

So vegetiere ich weiter vor mich hin. Meine bessere Hälfte will bei diesem Prachtswetter aufs Velo, doch mir ist momentan nicht zum Pedalen zumute. Weder will ich mich Sonnenlicht aussetzen und einen weiteren Brand riskieren, noch mich verausgaben. Neenee, da bleib ich lieber auf dem Sofa und kuriere mich ordentlich aus. Schliesslich muss ich abends pünktlich zum Anpfiff des EM-Finals wieder auf der Matte stehen.

Wie der Elfmeterschütze vor dem entscheidenden Penalty konzentriere ich mich. Nur ein Versuch. Top oder Flop. «Klatsch». Hab ich dich, du elendes Mistvieh. Endlich weiterschlafen. Ich mach es mir so gemütlich wie nur möglich, ziehe die Decke bis zum Hals hoch und tauche langsam ein in die Welt der Träume. Bis mir die nächste Fliege um die Ohren fliegt und mir nicht nur den Schlaf, sondern auch den letzten Nerv raubt. Alter Falter!