Ein regnerischer Samstag, Mitte Mai 2005: Auf dem Sportplatz Seeland in Sempach bereitet sich der FC Luzern auf den Cupfinal vom Pfingstmontag vor. Ein Show-Training für die Fans, mit allem Drum und Dran. Meine Wenigkeit, 13-jährig, und ein Kollege, ebenfalls 13, kratzen unser Erspartes zusammen und kaufen Tombola-Lose. Schliesslich gibt es Hammer-Preise zu gewinnen, etwa ein originales FCL-Trikot mit sämtlichen Unterschriften der Spieler.

Auf die Jagd nach Letzteren machen wir uns nach der Einheit. Zwischen Schild- und Sbrinz-Werbung unterschreiben Pirmin Schwegler, David Andreoli, Ratinho und Jean-Michel Tchouga. Wow.

Doch der eigentliche Höhepunkt folgt kurze Zeit später: die Ziehung der Gewinner-Lose. Die Anspannung steigt, als Ex-FCL-Spieler Hanspeter Burri die Nummern herunterliest. Ich habe meine in der Hand, mein Kollege seine im Kopf. Nach und nach brandet um uns herum Jubel auf, nur unsere Nummern fallen nicht. Dann der zweitletzte Preis, es geht um das Trikot. Und tatsächlich ruft Burri die Losnummer meines Kollegen auf. Während dessen Puls schlagartig ansteigt, versagt seine Stimme. Dafür schreit jene im Kopf: Wo ist das Los? Wo um Herrgottswillen ist dieses verdammte Los? Verhüehneret? Chas jo ned sii! Während wir verzweifelt das Los suchen, geht die Ziehung Schlag auf Schlag weiter. Als wir das farbige Papier im Rucksack gefunden haben, ist es bereits zu spät.

Niedergeschlagen machen wir uns auf den Heimweg, als uns plötzlich Hansi Burri über den Weg läuft. Wir klagen ihm unser Leid, zeigen das Los mit der Gewinner-Nummer. «Wartet kurz», sagt er, und kramt in einem Plastiksack: «Habt ihr am Montag schon was vor?» Der wird uns doch nicht…!? «Ich glaube schon. Hier, zwei Tickets. Viel Spass.» Auch wenn das Happy End schliesslich ausbleibt, B-Ligist Luzern gegen den FC Zürich keine Chance hat und mit 1:3 den Kürzeren zieht: Für uns Jungspunde fühlte es sich an wie ein Märchen.