Manche Dinge bleiben für immer. In meinem Fall sind dies bleiche Haut, Höhenangst und die Liebe zum Fussball. Letzteres kann meinem Umfeld schon mal den letzten Nerv rauben.

Alle zwei Jahre verfalle ich ins Sammelfieber. Seit ich sieben bin, habe ich jedes Panini-Album gefüllt. Neben ihnen im Regal: unzählige Fussball-Magazine, -Bücher und -DVDs. Mein Kleiderschrank? Besteht zu 90 Prozent aus Fussball­trikots. Den restlichen Raum nehmen jene Schuhe ein, die ich als Kind auf dem Platz getragen habe. Ich bin ein Fussball-Freak. Durch und durch. Von meinem ersten original-italie­nisch-gefälschten Zidane-Trikot bis zum Schnürsenkel des Adidas Predator Pulse 2002.

Vom Fussball abschalten? Unmöglich! Selbst in der Sommerpause ist dies undenkbar – YouTube sei Dank. Was früher über den gewölbten Röhrenbildschirm flimmerte, kann heute im Netz nachgeschaut werden. So auch «Die tollen Fussball-Stars» – eine japanische Zeichentrickserie mit Mangafiguren, die jeweils von Montag bis Freitag um 15.30 Uhr lief. Zehn Minuten vorher klingelte die Schulglocke, den viertelstündigen Heimweg schaffte ich damals in neun Minuten. Die Schultasche in die Ecke geschmissen, blickte ich gebannt auf den Bildschirm.

Da dribbelte und trickste ein kleiner Junge. Schwarze Mähne, bleiche Haut, eine blaue 10 auf dem weissen Shirt. Tsubasa Ozora. Noch heute zaubert sein Name ein Lächeln auf mein Gesicht. Er war Captain seiner Mannschaft, ein Wirbelwind, dessen Regenbogenschuss so manches Tornetz zerfetzte. Er war mein Vorbild, mein Idol, mein Held, meine Inspiration. Ich wuchs mit Tsubasa auf, habe ihn während seiner ganzen Karriere begleitet. Habe Angriffe erlebt, die sich über zwei Folgen hinwegzogen. Und so wurde ich kürzlich wieder in meine Kindheit zurückgebeamt. Nach der ersten Folge abschalten? Unmöglich!

Manche Dinge bleiben eben für immer. Nebst den bereits erwähnten sind dies bei mir vor allem Kindheitserinnerungen. Wenn ich ins TV-Programm schaue, hoffe ich, dass dies bei den Kindern von heute nicht der Fall sein wird. Wer will sich schon an «Bachelorette», «Berlin Tag und Nacht», oder das «Dschungelcamp» erinnern?