18, endlich der erste Partyurlaub mit Kollegen. Sechs pubertierende Jungs mit wenig Bart, dafür umso mehr Durst. «Schuelbuebe meteme Söidorscht» könnte man sagen. Wir fühlten uns reif für DIE Partyinsel. Also ab in den Flieger, auf nach Mallorca.

Ballermann, El Arenal, Schinkenstrasse. Ort der (Sehn)Sucht: der Bierkönig. Gerry & The Pacemakers «Youll never walk alone» aus den Boxen neben mir und aus den Kehlen von hunderten Betrunkenen. Mein Fazit, nachdem die Stimmbänder erschlafft waren: Es tönte besser als auf der Südtribüne in Dortmund, das Beste, was ich jemals gehört habe. Ein Hühnerhaut-Moment. Erinnerungen, zu schön um wahr zu sein: Vor Kurzem habe ich mein Foto- und Videoarchiv durchforstet und bin dabei auf Aufnahmen von jenem Abend gestossen. Hallelujah. Nur mit Mühe und viel Fantasie konnte ich zumindest so etwas Ähnliches wie eine Melodie wahrnehmen.

Acht Tage, sieben durchzechte Nächte. Dass wir in einer Woche in etwa vier Stiftenlöhne und noch mehr Hirnzellen verloren – egal. Klug wars nicht, aber geil.

Zum Vorglühen gings jeweils auf den Balkon, mit Blick auf den Pool, das benachbarte Hotel, Strand und Meer. Zeit zum Geniessen? Fehlanzeige! Denn das Programm war vollgepackt: Eimer Sangria, dazu Dosenbier aus dem Supermarkt von gegenüber. Selten ging es vor Mitternacht auf die Partymeile Richtung Schinkenstrasse. Zwei «San Miguel» auf den Weg, eins für den ersten Kilometer, das andere für den zweiten. Es zieht sich vom Ballermann 2 zum Ballermann 6. Eine halbe Stunde hin, zurück mindestens doppelt so lange. Viele unvergessliche Momente hielten wir dabei via Handykamera fest. Die meisten davon unscharf, dem Zustand des Fotografen oder den noch nicht ausgereiften Aufnahmegeräten geschuldet. Nüchtern betrachtet muss man sagen zum Glück. Denn selbst verpixelte Bilder entlarven: Reif für die Insel waren wir damals noch nicht.